Als die Spielersfrau Meta d’Orlowska unter tragischen Um-ständen auf der Bühne stirbt, wird ihre vierjährige Tochter Felicitas von der wohlhabenden Familie Hellwig aufgenommen. Doch bald stirbt auch ihr Beschützer, der alte Kommerzienrat. Anstatt wie eine Tochter wird sie von nun an von der Frau des Hauses wie ein Dienstmädchen behandelt und unter dem Vorwand einer strengen christlichen Erziehung gedemütigt, jedes geistige Interesse wird ihr verboten. Verständnis und Zuneigung findet die kleine Fee nur bei der alten Mamsell, einer ihrerseits von der bigotten Gesellschaft ausgeschlossenen Ver-wandten der Familie, die abgetrennt von der Welt im Dach-geschoss des Hauses in einem freundlichen, kunstliebenden kleinen Reich lebt. Die Liebe und Zuwendung dieser alten Dame gibt Felicitas die Kraft, die immerwährenden Anfeindungen und Herausforderungen ihrer herzlosen Umwelt nicht nur durch-zustehen, sondern letztendlich auch selbstbewusst zu überstehen. In dem 1867 erschienenen Roman übt E. Marlitt heftige Kritik an den sozialen Verhältnissen ihrer Zeit, in denen die Richtschnur „Ehre und Schande“ ist und wo nach angeblich gut christlichen Werten gelebt wird, die aber doch nur Einfalt und Herrschsucht überdecken.
Eugenie Marlitt, eigentlich Eugenie John (1825 – 1887). Nach einer Ausbildung zur Opernsängerin am Wiener Konservatorium (1844 bis 1846), musste sie ihre musikalische Karriere 1853 wegen eines Gehörleidens abbrechen und war fortan Vorleserin und Gesellschafterin der Fürstin Mathilde von Schwarzburg-Sondershausen tätig. Den Durchbruch erlebte Marlitt mit dem Roman Goldelse (1866), der als Fortsetzungsroman in der vom Verleger Ernst Keil herausgegebenen bürgerlich-liberalen Familienzeitschrift „Gartenlaube“ erschien ist. Sie veröffentlichte weitere Unterhaltungsromane, u. a. Das Geheimnis der alten Mamsell (1868), Reichsgräfin Gisela (1869), Das Heideprinzeßchen (1872), Die zweite Frau (1874), Im Hause des Commerzienrates (1877), Im Schillingshof (1880), Amtmanns Magd (1881) und Die Frau mit den Karfunkelsteinen (1885). Mit ihren sich vor allem an eine weibliche Leserschaft wendenden Romanen war Eugenie Marlitt eine der erfolgreichsten Autorinnen des 19. Jahrhunderts. Kunden, die dieses Produkt gekauft haben, haben auch folgende Produkte gekauft: » Die zweite Frau
Eugenie Marlitt, eigentlich Eugenie John (1825 – 1887). Nach einer Ausbildung zur Opernsängerin am Wiener Konservatorium (1844 bis 1846), musste sie ihre musikalische Karriere 1853 wegen eines Gehörleidens abbrechen und war fortan Vorleserin und Gesellschafterin der Fürstin Mathilde von Schwarzburg-Sondershausen tätig. Den Durchbruch erlebte Marlitt mit dem Roman Goldelse (1866), der als Fortsetzungsroman in der vom Verleger Ernst Keil herausgegebenen bürgerlich-liberalen Familienzeitschrift „Gartenlaube“ erschien ist. Sie veröffentlichte weitere Unterhaltungsromane, u. a. Das Geheimnis der alten Mamsell (1868), Reichsgräfin Gisela (1869), Das Heideprinzeßchen (1872), Die zweite Frau (1874), Im Hause des Commerzienrates (1877), Im Schillingshof (1880), Amtmanns Magd (1881) und Die Frau mit den Karfunkelsteinen (1885). Mit ihren sich vor allem an eine weibliche Leserschaft wendenden Romanen war Eugenie Marlitt eine der erfolgreichsten Autorinnen des 19. Jahrhunderts.